Sunday, January 8, 2017

Rezension Deutschlandfunk, Ralph Gerstenberg


"André Pilz sticht mit seinen stringent am gesellschaftlichen Rand verorteten Geschichten aus dem konfektionierten Krimiallerlei hervor." (Ralph Gerstenberg, Deutschlandfunk, Büchermarkt, 06/01/16) 


Gekürzter Podcast in der ARD-Mediathek: http://www.ardmediathek.de/radio/B%C3%BCchermarkt-Deutschlandfunk/Andr%C3%A9-Pilz-Der-anatolische-Panther/Deutschlandfunk/Audio-Podcast?bcastId=21648664&documentId=39832758

Ungekürzte Radioversion hier: 

Wednesday, December 21, 2016

Lukasz U. († 37)

Vor genau einer Woche kam in der ARD eine Reportage über die Ausbeutung osteuropäischer Fernfahrer in Deutschland. Wenn es nun stimmt, was die FAZ aus Ermittlerkreisen erfahren hat, hat der polnische LKW-Fahrer bei der Terrorattacke in Berlin während des Anschlags noch gelebt, sich heftig gewehrt und so wahrscheinlich noch Schlimmeres verhindert. Dann wäre dieser Mann ein Held und es wäre auch schön, wenn die Medien, sobald die Fakten feststehen, das auch verbreiten. Und vielleicht denkt dann der eine oder andere auch anders über seine Berufskollegen nach, von denen viele schlecht bezahlt und behandelt werden in unserem Land, damit Firmen Gewinne machen.***

http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/lkw-120.html

***Anmerk. 28.12.2016: Die Annahme, der LKW-Lenker hätte bei der Attacke noch gelebt, scheint mittlerweile widerlegt.

Sunday, December 18, 2016

Steve Biko, geboren am 18. Dezember 1946

Ein Held meiner Jugend ... und für mich eins der schönsten und wichtigsten Popsongs in meinem Leben.

https://www.youtube.com/watch?v=p2wXSiMlvjU

You can blow out a candle
but you can't blow out a fire.
Once the flames begin to to catch
the wind will blow it higher. 

Rezension "Der Anatolische Panther" im "Culturmag. Literatur, Musik & Positionen"

"Tarik brennt regelrecht. Er atmet Leben wie andere Menschen Sauerstoff, gierig, als könnte die Flamme in ihm jeden Moment erlöschen." 

http://culturmag.de/rubriken/buecher/roman-andre-pilz-der-anatolische-panther/97297

Foto: Coverversion von Die Lieder, das Töten (2012) 

Tuesday, December 13, 2016

Aleppo

Man kann sich die Finger wund schreiben, man kann Leuten davon erzählen, am Ende ändert es rein gar nichts am Lauf der Dinge.

Ein Gefühl von Ohnmacht und Traurigkeit. 

Wednesday, November 9, 2016

"Ich bin Rassist. Und das ist auch gut so."

2016 kann man auch am Tag des Gedenkens an die Pogromnacht 1938 als deutscher Journalist voller Stolz und unter großem Applaus sagen, dass man einen Rassisten zum US-Präsidenten wählen würde.*

http://www.tichyseinblick.de/meinungen/usa-warum-ich-trump-waehlen-wuerde/


*der Text wurde am Montag, den 7. November geschrieben, aber heute, am 9. November, nochmals vom Verfasser gepostet

"Der Anatolische Panther" in: der Freitag, Ausgabe vom 17.11.2016

Quelle: https://derschneemann.net/2016/11/22/sonntagsfruehstueck-mit-dem-krimi-spezial-vom-freitag-4/

Blog auf Facebook: https://www.facebook.com/00schneemann


Heiß diskutiert auf Facebook - u.a. Kommt Literatur auch mal unten an? - ich enthalte mich der Stimme und poste gerne den Link und eine Kritik an der Kritik auf einem Blog (siehe Screenshot bzw. Link).

"Der Anatolische Panther" - besprochen in der Wochenzeitung "der Freitag" vom 17. November:

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/tante-taliban

Tuesday, November 8, 2016

"Man Down" im Deutschlandradio, 12.12.2016, 00:05

http://www.deutschlandradiokultur.de/liebe-und-betrug-man-down.1020.de.html?dram:article_id=368413

Kai ist 25 Jahre und nach einem Arbeitsunfall am Ende: Er findet keinen Job, ist permanent auf Alkohol und Drogen und steht bei kriminellen Dealern tief in der Kreide. Er könnte seine Schulden abarbeiten, wenn er als Drogenkurier in den Ring steigen würde. 

Hat er eine Wahl? Immer tiefer gerät Kai in einen Strudel, der ihn abwärts zieht. Und ob ihn die Liebe daraus retten kann, ist mehr als fraglich, denn die junge Frau, der er sich in aller Radikalität verschreibt, ist definitiv nicht das, was sie zu sein scheint.

(Deutschlandradio Kultur)

Monday, November 7, 2016

Lesung in Wangen am Allgäu

Der Herbst ist da, meine liebste Jahreszeit. Und ich bin da, in Deutschland, zum ersten Mal mit meinem neuen Buch.
 
Lesung André Pilz "Der Anatolische Panther"
Buchhandlung Carl Ritter
Gegenbaurstr. 10
88239 Wangen im Allgäu

Dienstag, 15. November 2016

Beginn: 20:00 Uhr
Eintritt: 7 Euro











Monday, October 24, 2016

Kein Gedicht mehr


Was soll man denn als Schriftsteller verdammt noch mal schreiben angesichts eines solchen Fotos? Was soll man denn noch Geschichten und Figuren erfinden, das ist doch gar nicht mehr möglich. Das ist doch das Ende der Welt, das Ende von allem.

Friday, October 21, 2016

Lesung im Café Dreier in Wien

Es ist egal, wie lange man auf einen Zug warten muss, solange man Howlin' Wolf hören kann und David Peace lesen kann.

"Oh goodbye, baby,
I am going back home.
Oh goodbye, baby,
I am going back home."


Wien war eine tolle Gastgeberin.

Kriminacht 2016.

Monday, October 17, 2016

Österreich, nicht Deutschland

Ich wohne in Österreich, nicht, wie leider irrtümlich oft geschrieben, in Deutschland. Der Fehler liegt nicht bei den Journalisten oder Bloggern, sondern an mir, ich habe mich um den Bio-Text nie gekümmert und so ist er niemals korrigiert worden. Mea Culpa. Eine Blume als Entschuldigung.


Sunday, October 16, 2016

Kriminacht Wien 2016

Dienstag, 18. Oktober, 19:00 Uhr, Café Dreier, Juchgasse 23, 1030 Wien 

http://kriminacht.at/andre-pilz/

Tuesday, October 4, 2016

The Panther on tour

Österreich liest! Ich lese mit, ich lese vor. Am Freitag, den 7. Oktober 2016, um 20 Uhr in der Bücherei in A-Altach (ja, genau, deren Mannschaft 3 Punkte vor Rapid Wien und einen Punkt vor RB Salzburg liegt). Ich probe auch schon eifrig und schmettere die Rede des Derwischs: "Und die Sklaven werden Herren, und die Herren werden Sklaven sein. In welches Land wir auch immer einen Fuß setzen, dieses Land werden wir erobern und beherrschen ..."

Der Eintritt ist frei.

Weitere Termine:

Di, 18. Oktober, 19 Uhr, Café Dreier, A-1030 Wien, Eintritt frei! http://kriminacht.at/andre-pilz/

Di, 15. November, 20 Uhr, Buchhandlung Ritter, D-Wangen im Allgäu
http://www.buch-ritter.de/index.php/veranstaltung.html


Wednesday, September 28, 2016

Tuesday, September 27, 2016

Beitrag "Kultur nach Sechs" (ORF Vorarlberg) und Blog "Die Vorleser"

Nach den 18:00 Uhr-Nachrichten gibt es am Dienstag, den 27. September, eine ausführliche Besprechung inklusive Interview im ORF-Vorarlberg in der Sendung "Kultur nach Sechs". (Podcast-Link folgt)

Eine Rezension auf dem Blog "Die Vorleser":

http://dievorleser.blogspot.co.at/2016/09/der-anatolische-panther-andre-pilz.html#more

Morgen um 19:00 Uhr die Buchpräsentation in A-Schwarzach (Medienhaus/Russmedia). Eintritt ist frei.

Friday, September 23, 2016

1. Rezension "Der Anatolische Panther"

http://www.kulturzeitschrift.at/kritiken/literatur/die-wilden-spruenge-des-panthers-der-neue-kriminalroman-von-andre-pilz

(Möchte noch einmal darauf hinweisen, dass das Vorabexemplar für Medien und Blogger nicht lektoriert war und von dem Buch, das seit heute in den Buchgeschäften verkauft wird, etwas abweicht.)




Monday, September 19, 2016

Buchpräsentation "Der Anatolische Panther"

Erstpräsentation "Der Anatolische Panther" am Mittwoch, den 28. September 2016, Russmedia, A-Schwarzach, 19 Uhr; Kartenreservierung: DAS BUCH, Messepark Dornbirn, Telefon 0043/557229570

Weitere Termine:

Fr, 07. Oktober 2016, Bücherei A-Altach
Di, 18. Oktober 2016, A-Wien, Kriminacht, Café Dreier, Juchgasse 23, 1030 Wien
Di, 15. November 2016, D-Wangen im Allgäu, Buchhandlung Ritter 
Di, 14. Februar 2017, Stadtbücherei A-Innsbruck




Sunday, September 4, 2016

Kontakt - Lesungen André Pilz



Wer Interesse an einer Lesung/Diskussion hat, hier sind die Kontaktmöglichkeiten: 

Email: yotanka4 (at) yahoo.de oder yotanka4 (at) gmx.de

WhatsApp: +43 650 3209463

- und über den Verlag:

Mag.ª Linda Müller
T: +43 512 576300 39
linda.mueller@haymonverlag.at





Thursday, September 1, 2016

Innsbruck, ich muss dich lassen ...


Wieder einmal in Innsbruck, wieder einmal eine Reise nach Tirol, wo alles begann. Meinen ersten Roman habe ich dort geschrieben, NO LLORES, MI QUERIDA, WEINE NICHT, MEIN SCHATZ, lange bevor er 2005 erschienen ist. Der Grundriss entstand 1998, 1999, die ersten Versuche als Schriftsteller in einer Zeit, da ich noch davon träumte, Gitarrist zu werden. Mit acht Jahren hatte ich angefangen, Klassischen Gitarrenunterricht an der Musikschule zu nehmen, 1987, mit fünfzehn, entdeckte ich Eddie Hazel, Albert Collins, Eddie Van Halen, Stevie Ray Vaughan (den ich noch live erleben durfte), Jeff Beck, Vernon Reid und viele andere zogen mich in ihren Bann, und es gab für mich fast zwanzig Jahre nur das Ziel, Rockgitarrist zu werden, die perfekte Band für mich zu finden, Songs zu schreiben, Songs aufzunehmen, auf Tour zu gehen, von der Musik zu leben. Dass alles ganz anders kam, ist eine lange Geschichte, sehr persönlich und nicht wirklich spannend, jedenfalls stellte ich die Kramer-Gitarre und den Verstärker in die Ecke und rührte sie für Jahre nicht mehr an. All die Stunden, die ich vorher mit ihr verbracht hatte, verbrachte ich nun vor dem Laptop (meinen ersten kaufte ich 1999, mit 27, vorher schrieb ich auf einer Schreibmaschine), aber der Großteil von dem, was ich schrieb, war Müll, und mir war klar, es würde lange dauern, ehe ich irgendwas schaffen könnte, das es wert sein könnte, veröffentlicht zu werden.

Ich habe Innsbruck geliebt und gehasst. Geliebt habe ich die Nordkette, den Inn, die beinah südländische Atmosphäre im Sommer, den Schnee im Winter, Wacker Innsbruck im alten Tivoli, den Boxclub, meine Freunde, die Frauen, gehasst habe ich nicht selten die Engsternigkeit mancher Leute, gehasst habe ich oft die Jobs, die ich annehmen musste, die horrenden Mietpreise, die bei gewisser Wetterlage sagenhaft schlechte Luft (im Radio gab es an manchen Wintertagen die Warnung, man solle heute besser nicht joggen gehen, da es gesundheitsschädigend sei) ...

Ich war also zurück in der Stadt, die für viele Jahre mein zuhause gewesen war, es war heiß und schwül, aber große, weiße Wolken (ja, genau die, die ich so liebe) zogen über den Himmel, der Kaffee und das Bier schmeckten gut, und die Erinnerungen waren so lebendig und schön, dass ich am liebsten geblieben wäre.

Mission accomplished


Nun ist die Enfassung des Anatolischen Panthers endlich fertig. Das Leseexemplar für Journalisten, Blogger und Veranstalter war nicht lektoriert, es gab also noch einiges zu verbessern.

Ein Roman ist nie wirklich nur ein Soloprojekt, es kommt immer auch auf das Umfeld an, deshalb möchte ich mich bedanken bei denen, die das Buch möglich gemacht haben:

zu allererst und am meisten:

* Camila

* Meinen Eltern und Geschwistern samt den kleinen Mäusen

aber auch: 

* Diejenigen, die wissen, dass sie gemeint sind, wenn ich sage, ich danke meinen Freunden

* Martin, der mir beim Lektorat geholfen hat und (noch) keine Kurzgeschichte dafür bekommen hat

* Georg für die Geduld und das Vertrauen in den letzten Jahren

* Nina für das Lektorat 





Wednesday, August 31, 2016

André Pilz,

geboren 1972 als Sohn eines Deutschen und einer Österreicherin, wächst in Vorarlberg auf, wo er das Gymnasium in Bregenz besucht. Nach seiner Schulzeit verdient er sein Geld als Briefträger und Gitarrist. 1992 Umzug nach Innsbruck, wo er jobbt und studiert.
Als leidenschaftlicher Fußballfan lernt er die Hooligan- und Skinheadszene in den Stadien kennen und beginnt, darüber Songs und Texte zu schreiben. Sein Debütroman No llores, mi querida – Weine nicht, mein Schatz (2005) erzählt die Geschichte des Skinheads Rico Steinmann, der sich in die mexikanische Studentin Maga verliebt. In Deutschland wird Weine nicht, mein Schatz zum Kultroman und in Internetforen gefeiert. Der Regisseur Robert Borgmann wird auf das Buch aufmerksam und bringt es an einem der renommiertesten Theater Deutschlands auf die Bühne: Weine nicht feiert am 15. September 2007 am Deutschen Theater in Berlin Premiere, mit Marek Harloff als Rico Steinmann und Alwara Höfels als Maga in den Hauptrollen. Das Stück läuft zwei Spielzeiten lang mit großem Erfolg. Theatertantiemen und Lesungen bringen die finanzielle Unabhängigkeit, die es André Pilz erlaubt, fortan als freier Schriftsteller tätig zu sein.
Zwei Jahre nach Weine nicht folgt der zweite Roman: Bataillon d´Amour – Eine Geschichte von Liebe und Gewalt (2007) schildert den Leidensweg einer jungen Frau aus Lateinamerika, die in Deutschland zur Prostitution gezwungen wird. Im selben Jahr wird der Autor im Rahmen der Dokumentation „Hooligans – Die dunkle Seite des Fußballs“ des Schweizer Fernsehens SF 1 interviewt. 2008 erhält André Pilz ein Arbeitsstipendium des Landes Vorarlberg, sein dritter Roman Man down erscheint am 6. Februar 2010 im Haymon Verlag. Im Juli 2010 wird eine Theateradaption von Man Down in Halle 7 in München aufgeführt. Das Theater Kosmos in Bregenz führt ein Kurz-Stück im Rahmen des Projekts „7 Todsünden“ im Januar 2011 auf. Einen Monat später erscheint der Kurzkrimi „7 fucking tracks“ in der Anthologie "He Shot Me Down" im Rotbuch-Verlag. 
Im Herbst 2012 erscheint beim Haymon-Verlag "Die Lieder, das Töten". Der Roman wird für den Kurd-Laßwitz-Preis in der Sparte "Bester Science-Fiction-Roman 2012" nominiert.
Im Mai 2014 gewährt die "Kunstkommission Literatur" des Landes Vorarlberg im Rahmen des "Literaturpreises 2014" André Pilz ein Arbeitsstipendium. 
Im Frühjahr 2016 feiert das Hörspiel "Man Down" (Regie: Elisabeth Putz) im NDR Premiere. Pilz' fünfter Roman erscheint am 26. September 2016. 




http://www.jugendkulturen-verlag.de/autorinnen/p-r/pilz-andre/
TV-Kurzporträt/Interview:
http://www.youtube.com/watch?v=WHmRWKlVNR0


Romane:
No llores, mi querida – Weine nicht, mein Schatz. Ein Skinhead-Roman (Berlin, 2005)
Bataillon d’Amour – Eine Geschichte von Liebe und Gewalt (Berlin, 2007)
Man Down (2010)
Die Lieder, das Töten (2012)
Der Anatolische Panther (2016)

"No llores, mi querida - Weine nicht" als Bühnenstück:


"Weine nicht", Deutsches Theater Berlin, Regisseur: Robert Borgmann
http://playservice.iti-germany.de/index.php?1=1&direkt_count=0&id=2602&page=play_det
http://www.welt.de/welt_print/article1201453/Skinheads_am_Deutschen_Theater_in_Berlin.html

"Man Down" als Bühnestück:
Regie: Michael von Oppen, Uraufführung: 23. Juli 2010, Halle 7, München

"Die 7 Todsünden" - Bühnenstück Theater Kosmos Bregenz - *****Uraufführung: 28. Jänner 2011

http://www.theaterkosmos.at/nav/f2.htm

Alle Porträtfotos von mir auf diesem Blog wie auch auf anderen Websites:
DORIS DOPPLER
http://www.dorisdoppler.com/
www.ddoppler.com

und

CAMILA TORRES C.
http://www.blogger.com/profile/02157295322997851073

KONTAKT:
Presse: Gerlinde.Tamerl@haymonverlag.at

Lesungen: yotanka4 (at) yahoo.de, WhatsApp: +43/650/3209463
Lesungen Verlag: linda.mueller@haymonverlag.at 

Monday, July 11, 2016

Stand der Dinge

Am Dienstag, den 13. September 2016, erscheint mein fünfter Roman, Der Anatolische Panther. Im September werden vier Jahre vergangen sein, seitdem der Haymon Verlag den letzten Roman (das Drama über eine Zeit nach einem Nuklearunfall, "Die Lieder, das Töten") veröffentlicht hat. Vier Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Ich habe mit Stephan Lacant und Karsten Dahlem an der Verfilmung meines zweiten Romans gearbeitet, ich bin beim Schreiben immer wieder in Sackgassen gelaufen, wieder umgekehrt, war unzufrieden, unglücklich, aufgewühlt, verwirrt, aber Georg Hasibeder, Progammleiter des Verlags, hat mich wieder dorthin gebracht, wo ich mich wohlfühle, und irgendwann habe ich gemerkt, dass ich am Ende mit dem Skript, den Figuren, der Geschichte, den Dialogen glücklich sein werde.

In "Man Down" gibt es die Figur des Shane, diesem türkischen Dealer, der laut und böse durch die Welt bzw. München-Giesing poltert, und in einem Gespräch mit Schülern, die fast alle türkischstämmig waren, wurde mir klar, wie sehr sie von diesem Typen begeistert waren. Sie fragten mich, warum ich denn den so gut beschreiben hätten können, da ich ja kein Türke sei, darauf wusste ich keine andere Antwort, als dass zwei meiner besten Kumpels in meinen wilden Jahren türkischer Herkunft waren und mir viel Stoff geliefert haben (dass mein Schwager Türke ist, hat eher weniger damit zu tun; dass eine gute Freundin Kurdin ist, dann wieder mehr). Und die Schüler meinten dann, ich müsse einmal einen Roman schreiben, in dem so einer wie Shane die Hauptrolle hat. In dem ein Shane der Held ist. Dieser Enthusiasmus dieser Jugendliche für diese Figur, diesen wilden, dreisten Drogendealer, ist mir lange nicht aus dem Kopf gegangen. Shane war ja nicht gerade einer, den man so richtig liebgewinnen kann, er hintergeht nicht nur seinen besten Kumpel, nein, er ist sogar dabei, als er zusammengeschlagen wird. Und trotzdem ... "so geil!" ... "so abgefahren" ... Es war eben nicht Kai, der tragische Held von "Man Down", nein, es war Shane, den sie liebten.

Ich kann mich nun wirklich über zu wenige positive Rezensionen für "Man Down" beklagen (ganz im Gegensatz zum umstrittenen ersten Roman, den viele Journalisten zu jener Zeit für zu extrem befanden, allerdings nur so lange, bis das Deutsche Theater in Berlin den Stoff auf die Bühne brachte), und auch wenn man gern und oft behauptet, es wäre einem egal, was die Kritiker sagen, freut das einen hie und da, aber nichts hat mich so bewegt wie das Leuchten in den Augen dieser Jungs, wie ihr aufgeregtes Erzählen, ja, die beiden Lehrerinnen meinten danach, sie hätten meine Bücher aus der Schulbücherei rumgereicht wie Drogen.

Und jetzt, nach all den Jahren, liefere ich also, nach was sie verlangten. Die Hauptfigur des Anatolischen Panthers, Tarik, hat zwar nur wenig gemeinsam mit Senol Aydin aka Shane aus "Man Down", aber es gibt doch auch Parallelen - die beiden haben ungefähr dasselbe Alter, einen ähnlichen Background, leben im selben Milieu, lieben das Gras und die Mädchen ... Und wie die meisten meiner Figuren basieren beide auf echten Personen, aber natürlich werden diese realen Menschen verfremdet, wird viel dazu gedichtet und vieles gestrichen, und ich lasse einen neuen Menschen entstehen, sodass in den meisten Fällen sich auch niemand mehr wiederkennen kann.

Es war also ein langer Weg zur Veröffentlichung, 2014 bereits hat Marek Harloff aus dem neuen Roman im WDR-Radio gelesen, im selben Jahr bekam ich für einen Ausschnitt ein Förderstipendium des Landes Vorarlbergs und ebenfalls in Vorarlberg las ich im September 2015 bei den Bregenzer Literatur Tagen eine Stelle aus dem Anatolischen Panther. Noch zwei Monate, dann seht das Buch in den Läden und vielleicht liest es tatsächlich einer der Jungs von damals und ist glücklich mit dem, was ich geschaffen habe.

Sunday, June 12, 2016

"If religions don't modernize to accept LGBT and women's rights - Then religions need to die, not people." - Faisal Saeed Al Mutar

Tuesday, May 17, 2016

Der Anatolische Panther - VÖ: 13. September 2016

Schonungslos direkt, berührend und packend: Jagd auf einen Underdog

Kleiner Gangster, großes Herz: Seit der junge Türke Tarik seine Fußballkarriere aufgegeben hat, schlägt er sich in München mit kleinen Einbrüchen und Drogendeals durch. Er verbringt viel Zeit auf der Straße mit seinen Freunden Doogie, Sugo-Joe und Yiannis, allesamt einigermaßen gescheiterte Existenzen. Als sie bei einem Einbruch erwischt werden, hat die Polizei Tarik am Haken - und schlägt einen Deal vor: Tarik soll sich ins Umfeld eines Hasspredigers einschleichen, der sich "Derwisch" nennt und im Verdacht steht, einen Terroranschlag zu planen. Das geht schief, und plötzlich ist neben der Polizei auch noch der Derwisch hinter ihm her - und Tarik muss nicht nur sich selbst retten, sondern auch seinen geliebten Großvater, der von den Islamisten bedroht wird ...

Ausnahmetalent André Pilz: eine Stimme aus dem Untergrund
Heftig, ehrlich und ohne Tabus: André Pilz begleitet den türkischen Kleinkriminellen Tarik, einen sympathischen Underdog, auf einer atemlosen Verfolgungsjagd - und erzählt gleichzeitig eine berührende Geschichte von Angst, Hoffnung und dem Kampf um die eigene Zukunft. Schonungslos direkt und zugleich unglaublich einfühlsam, in einer einzigartig knappen und harten Sprache erzählt er von seinen Figuren.Tarik hat ein gutes Herz, auch wenn er alles andere als ein mustergültiges Leben führt. Umso mehr fiebert man mit, als er sich auf den Deal mit der Polizei einlässt, den Derwisch ausspioniert und schließlich zwei Verfolger ihm auf den Fersen sind.

(Haymon Verlag)

Monday, March 28, 2016

Terror 2016

video

Angela Merkel sagt, die Attentäter von Brüssel seien gottlos. Ich glaube, wenn die Attentäter nicht an einen Gott geglaubt hätten, wären sie einfach weiterhin Kleinkriminelle geblieben, hätten vielleicht auch Menschen verletzt, aber sie hätten nicht Menschen mit einer Bombe in die Luft gejagt, sodass die Opfer ihr Leben, ihre Gliedmaßen oder ihr Augenlicht verlieren. Das Problem ist nicht, dass diese Männer gottlos waren, sondern dass man ihnen einredete, sie wären Herrenmenschen, weil sie dem einzig wahren Gott dienten, der ihnen das Recht gibt, lebensunwertes Leben zu vernichten.

Und ich kriege auch mittlerweile einen Ausschlag, wenn ständig aufgerechnet wird, dass mehr Leute bei uns durch herunterfallende Blumentöpfe, Fischgräten oder Kirschkernspucker getötet werden. Und wenn ISIS oder Al-Quaida einmal ein chemischer Anschlag in Europa gelingt? Ein nuklearer? Was ist dann die Antwort? Noch mehr locker-flockige Gelassenheit, geschrieben in einem Hipster-Lokal auf einem Apple-Notebook bei einem Capuccino? Noch mehr dämliche Durchhalteparolen? In Afrika, in Asien (über 70 Tote in Pakistan gestern auf einem Kinderspielplatz, schon gehört?) werden Menschen von Islamisten ermordet, gefoltert, verstümmelt. Frauen und Kinder zu Sexsklaven gemacht. Wer da glaubt, man könne das Problem weglächeln, weil fliegende Blumentöpfe bei uns (im Moment noch!) eine größere Gefahr für uns seien, der könnte eines Tages ganz gewaltig auf die Fresse fliegen. 

Ich respektiere auch den Liedermacher, der sagt, er wolle lieber sterben, als jemanden in Selbstverteidigung zu töten. Ich kaufe ihm ab, dass das seine Überzeugung ist, das ist auch okay, die Frage darf aber erlaubt sein, ob es nicht etwas leicht ist, diese Meinung in einem Hofgarten in München zu haben, wo er gemütlich sein Bier trinkt und nicht gar so bedroht ist, wie es die Kurden oder Yesiden in Syrien bzw. Irak oder Christen in Pakistan sind. 

Ja, die meisten Opfer von Islamisten sind Moslems, die besten Kämpfer gegen Islamisten sind Moslems (meist in Verbindung mit westlichen Spezialtrupps), aber auch bei uns gibt es längst 1000e, die Sympathien für sie haben und auch bereit sind, Gewalt anzuwenden, und es werden jährlich mehr. Das hat sich seit Jahren angekündigt, aber man hat Augen, Ohren und Mund zugemacht. Wer jetzt aber noch fromm weiterschläft, der könnte nicht nur zu spät, sondern auch nie mehr aufwachen. 

Video: Ein weiteres Dorf in Syrien wurde von ISIS befreit, SDF-Anhänger hissen die Fahne

Sunday, February 28, 2016

2016


Sonntag, 20.03., NDR-Info: Hörspiel "Man Down", basierend auf dem gleichnamigen Roman von André Pilz; Regie: Elisabeth Putz; Mit Mit Pit Bukowski, Furkan Akdag, Cosima Lehninger, Nisan Arikan, Til Butterbach, Daniel Michel, Mandjou Doumbia u.a.

Kai ist 25 und am Ende. Nach einem schweren Arbeitsunfall findet er keinen Job mehr, seine Wohnung ist kaum mehr als ein Verschlag, er selbst benebelt sich das Hirn mit Alkohol und Drogen, mit denen ihn sein türkischer Freund Shane großzügig versorgt. Bei dessen kriminellen Brüdern steht er tief in der Kreide.

Es dauert nicht lang, und sie unterbreiten ihm ein zweifelhaftes Angebot: Er kann seine Schulden abarbeiten, wenn er als Drogenkurier für sie in den Ring steigt. Hat er eine Wahl?

Immer tiefer gerät Kai in einen Strudel, der ihn abwärts zieht. Und ob die Liebe ihn daraus retten kann, ist mehr als fraglich, denn die junge Frau, der er sich in aller Radikalität verschreibt, ist definitiv nicht das, was sie zu sein scheint. 

(Text: NDR)

 

 August: DER ANATOLISCHE PANTHER (neuer Roman)





Saturday, February 27, 2016

Saturday, February 20, 2016

Die Dampfplauderer im TV sind mitschuld an der syrischen Katastrophe ...

Dass Leute wie Michael Lüders nach all dem Mist, den sie in den letzten Jahren über den Krieg in Syrien verzapft haben (z.B. gebetsmühlenartig zu wiederholen, dass der Westen um keinen Preis eingreifen dürfe, weil das einen Flächenbrand zur Folge hätte), immer noch Bestsellerautoren und "Experten" in den öffentlich-rechtlichen Programmen sind, ist vielleicht mit ein Grund, warum die deutsche Regierung so eine miserable Nahostpolitik macht, die nichts weiter schafft, als Flüchtlinge.

Wednesday, January 6, 2016

Tefay

2011 habe ich wütend geschrieben, dass viele meiner Kolleginnen und Kollegen sich nicht für Assads Morden in Syrien interessieren, aber gewiss eines Tages Theaterstücke oder Filme oder Bücher produzieren würden, in denen sie das Sterben und Leiden verarbeiten, ich habe prophezeit, dass es dann dafür vielleicht einen Oscar geben wird oder einen Literaturpreis, viel Applaus jedenfalls, man drückt sich auf den Publikumsrängen ein paar Tränen aus und fragt sich bei Sekt im Foyer, wie das denn nur hat geschehen können. Hach, furchtbar, schlimm, Folter, Fassbomben, Hungerblockaden …
Als Autor habe ich mich meist den Geschichten verpflichtet gefühlt, die mich aufwühlen, weil die Ungerechtigkeit, das Leid, das Wegschauen für mich unerträglich war.
2015 gab es mehrere Geschichten, die mich über Wochen und Monate, ja überhaupt nicht losgelassen haben bis heute. Eine davon ist die Geschichte von Tefay, einem jungen Mann aus Eritrea. Um es ganz kurz zusammenfassen: Tefay flüchtet vor einem verbrecherischen Regime, als dieses ihm verbietet, die Hochzeit seines Bruders zu besuchen. Er flüchtet in ein Land, in dem er sicher ist, in dem er einen Job hat, sein Chef ist mehr als zufrieden, alles läuft gut, bis dieses Land Gesetze ändert, Tefay verliert seinen Job, muss in eine Unterkunft für Flüchtlinge. Als er einmal zu spät in der Nacht erscheint, muss er ins Gefängnis, in dem auch Schwerverbrecher untergebracht sind. Danach beschließt er, das Angebot des Staates anzunehmen: 3.500* Dollar für die Ausreise. Tefay geht nach Libyen, wo er von ISIS-Barbaren gekidnappt und als vermeintlicher Christ grausam ermordet wird.
Seit ich darüber gelesen habe, verfolgt mich die Geschichte. Mir gehen die beiden Fotos nicht aus dem Kopf: auf dem einen ein scheinbar lebenslustiger junger Mann voller Pläne und Hoffnungen, ein Mann, der offenbar nie etwas Böses in seinem Leben gemacht hat, der nur auf der Suche nach einem besseren Leben war, daneben das Foto eines jungen Mannes in einem orangen Overall in Gefangenschaft der ISIS-Barbaren, das Foto eines Menschen, der weiß, dass er gleich sterben wird.
Jedes Mal, wenn diese Bilder in meinem Kopf auftauchen, verspür ich diesen Schmerz. Und wenn ich nun einen Roman über Tefay schreiben würde, wäre ich dann nicht genau wie die, die mich so wütend machten? Ich könnte zwar behaupten, dass ich nie zu Syrien geschwiegen habe, andererseits war ich ja genauso machtlos, als hätte ich geschwiegen.
Ich habe keine Antwort gefunden bisher, keinen Entschluss gefasst. Ich könnte dem Leben und Sterben dieses Menschen ja auch nie gerecht werden, denke ich mir — und dann doch wieder: dass so ein Leben einfach sinnlos ausgelöscht wird und verschwindet, das darf nicht sein. Viel kann ich nur tun, nur etwas ganz Kleines, aber vielleicht ist das ja doch besser, als nichts zu tun.
Ich weiß es nicht.

* die 35.000 in der ursprünglichen Version waren natürlich ein Tippfehler, sorry ...

Tuesday, January 5, 2016

Deutschland 2016

Gibt es zwischen Volksverhetzung/blindem Hass und dem Verschweigen/Verharmlosen von Problemen noch irgendeinen Zwischenweg? Man ist entweder Neonazi oder Gutmensch, alle hocken in ihren Schützengräben und verballern ihre Munition. Probleme lösen wird das nicht.

(Der Screenshot ist keine Satire, die Redaktion von heuteplus hat die Frage tatsächlich auf Twitter gestellt.)